
Das Fraunhofer ISI in Karlsruhe ist ein weltweit anerkanntes Exzellenzzentrum der Innovationsforschung. Durch die unterschiedlichen Schwerpunkte unserer neun Abteilungen bearbeiten wir zentrale Fragestellungen der Innovationsdynamik und Systemtransformation interdisziplinär und aus einer ganzheitlichen Perspektive. Das Institut bietet einmalige Möglichkeiten der Anwendung und Entwicklung von neuen Ansätzen in der Innovationsforschung. Es hat eine enge Anbindung an zahlreiche Universitäten und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland. Durch unsere führende Position in der theorie- und evidenzbasierten Beratung haben unsere Mitarbeitenden einzigartige Zugänge zu nationalen und internationalen Stakeholdern in Politik und Wirtschaft. Die Abteilung Energietechnologien und Energiesysteme untersucht innovative Energietechnologien und analysiert, welchen Beitrag sie zu einem nachhaltigen Energiesystem leisten können. Sie entwickelt und bewertet Strategien, mit denen energieeffiziente Technologien schneller erforscht, weiterentwickelt und praktisch eingesetzt werden können. Mithilfe umfangreicher Modellierungen betrachtet das Team sowohl technologische Entwicklungen als auch ihre Auswirkungen auf Wirtschaft, Beschäftigung und Umwelt. Die Stelle ist der Abteilung Energietechnologien und Energiesysteme angesiedelt und zum 01.10.26 zu besetzen.
Hier sorgst Du für Veränderung
Die energetische Sanierung des Gebäudebestands ist mit erheblichen Investitionen verbunden. Für Gebäudeeigentümer, Kommunen, Energieversorger und weitere Akteure ist daher von großer Bedeutung, die zu erwartenden Kosten unterschiedlicher Sanierungsmaßnahmen möglichst transparent und nachvollziehbar abschätzen zu können. In bestehenden Gebäude- und Quartiersmodellen werden Investitionskosten häufig mithilfe generischer Kostenfunktionen ermittelt. Diese leiten die Kosten beispielsweise aus der Bauteilfläche, der Dämmstärke oder einem energetischen Zielniveau ab. Solche Ansätze sind einfach anwendbar, bilden gebäudespezifische Kostentreiber jedoch nur eingeschränkt ab. Hierzu zählen unter anderem Gerüststellung, Rückbau, Untergrundreparaturen, Fensterlaibungen, Anschlussarbeiten sowie besondere Anforderungen bei historischen oder denkmalgeschützten Gebäuden. Eine Alternative bietet die positionsbasierte Bottom-up-Kalkulation. Dabei werden technisch vollständige Sanierungsvarianten aus einzelnen Bauleistungen zusammengesetzt, mit gebäudespezifischen Mengen verknüpft und anhand positionsbezogener Einheitspreise bewertet. Auf diese Weise können die Zusammensetzung der Investitionskosten, die Abgrenzung von Instandsetzungs- und energiebedingten Mehrkosten sowie mögliche Grenzen der verfügbaren Kostendaten detaillierter untersucht werden. Ziel der Masterarbeit ist die Entwicklung und Erprobung eines positionsbasierten Bottom-up-Modells zur Ermittlung der Investitionskosten energetischer Hüllsanierungen an typisierten Wohn- und Nichtwohngebäuden. Betrachtet werden insbesondere Maßnahmen an Fassade, Fenstern, Dach beziehungsweise oberster Geschossdecke und Kellerdecke. Für ausgewählte Typgebäude werden jeweils eine Instandsetzungsvariante, eine energetische Standardvariante und mindestens eine ambitionierte energetische Variante untersucht. Ergänzend soll mindestens ein historisches beziehungsweise denkmalbezogenes Typgebäude betrachtet werden. Die Ergebnisse werden mit generischen Kostenfunktionen des Instituts Wohnen und Umwelt (IWU) sowie mit veröffentlichten Kostenbandbreiten verglichen. Die Bearbeitung umfasst voraussichtlich folgende Schritte: Zu Beginn der Bearbeitung soll anhand eines einfachen Pilotgebäudes geprüft werden, ob die vorgesehene Werkzeugkette aus Gebäudemodellierung, Mengenermittlung, positionsbasierter Kalkulation und Auswertung technisch zuverlässig funktioniert. Auf dieser Grundlage wird das Vorgehen anschließend auf die weiteren Typgebäude übertragen.
Festlegung von etwa sechs bis acht typisierten Wohn- und Nichtwohngebäuden einschließlich Bauperiode, Konstruktion, Ausgangszustand und gegebenenfalls denkmalbezogener Besonderheiten. Die vereinfachten Gebäudemodelle werden mithilfe einer CAD- beziehungsweise BIM-Software aufgebaut (z. B. Archicad).
Ableitung von Flächen, Längen und Stückzahlen, beispielsweise Fassaden- und Dachflächen, Fensteranzahl, Gerüstflächen sowie Laibungs- und Anschlusslängen. Die Mengen werden direkt aus dem Gebäudemodell, über geeignete Austauschformate oder mithilfe ergänzender tabellenbasierter Berechnungsregeln bestimmt.
Technische Beschreibung vollständiger Varianten einschließlich Haupt-, Neben-, Rückbau-, Instandsetzungs- und Wiederherstellungsleistungen. Hierfür werden technische Regelwerke, Gebäudetypologien und Fachquellen strukturiert ausgewertet und in Maßnahmen- beziehungsweise Positionslisten überführt.
Verknüpfung der ermittelten Mengen mit konkreten Bauleistungen und Einheitspreisen in einer positionsbasierten Kostenplanungssoftware (z. B. BKI Kostenplaner mit Positionsdaten). Fehlende oder wenig passende Kostenansätze werden durch geeignete ergänzende Quellen dokumentiert und, soweit belastbar möglich, ergänzt.
Ausweisung der Vollkosten, Instandsetzungs- beziehungsweise Sowieso-Kosten, energiebedingten Mehrkosten und zusätzlichen Kosten eines ambitionierten Sanierungsniveaus. Die Abgrenzung erfolgt durch den Vergleich technisch vollständiger Sanierungsvarianten und wird in einer strukturierten Auswertungsumgebung aufbereitet.
Gegenüberstellung mit generischen IWU-Kostenfunktionen, Einordnung in veröffentlichte Kostenbandbreiten sowie Untersuchung des Einflusses zentraler Annahmen und Datenlücken.
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Was wir für Dich bereithalten
Wir wertschätzen und fördern die Vielfalt der Kompetenzen unserer Mitarbeitenden und begrüßen daher alle Bewerbungen – unabhängig von Alter, Geschlecht, Nationalität, ethnischer und sozialer Herkunft, Religion, Weltanschauung, Behinderung sowie sexueller Orientierung und Identität. Schwerbehinderte Menschen werden bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt. Unsere Aufgaben sind vielfältig und anpassbar – für Bewerber*innen mit Behinderung finden wir gemeinsam Lösungen, die ihre Fähigkeiten optimal fördern.
Die monatliche Arbeitszeit beträgt ca. 20 Stunden. Die Stelle kann auch in Teilzeit besetzt werden.
Mit ihrer Fokussierung auf zukunftsrelevante Schlüsseltechnologien sowie auf die Verwertung der Ergebnisse in Wirtschaft und Industrie spielt die Fraunhofer-Gesellschaft eine zentrale Rolle im Innovationsprozess. Als Wegweiser und Impulsgeber für innovative Entwicklungen und wissenschaftliche Exzellenz wirkt sie mit an der Gestaltung unserer Gesellschaft und unserer Zukunft.
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Bei Fragen bitte an den Fachbereich Recruiting wenden: recruiting@isi.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI
Kennziffer: 85274 Bewerbungsfrist: 06.09.2026

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist eine der führenden Organisationen für anwendungsorientierte Forschung: Seit der Gründung 1949 stärken Fraunhofer-Institute die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und den Innovationsraum in Deutschland und Europa. Mit ganzheitlichen Angeboten für Wirtschaft und Politik liefert Fraunhofer Lösungen für branchenübergreifenden Impact. Darüber hinaus ist die Fraunhofer-Gesellschaft ein bedeutender Standortfaktor für das Innovationsland Deutschland: Durch die Aktivitäten erhöhen sich Investitionseffekte in der Wirtschaft, erlangen Unternehmen innovationsbasierte Wettbewerbsvorteile, entstehen Arbeitsplätze, Fachkräfte werden qualifiziert und es steigt die gesellschaftliche Akzeptanz moderner Technik.